„Was kostet das ungefähr?" — das ist die erste Frage die fast jeder Unternehmer stellt bevor er einen Webdesigner kontaktiert. Verständlich. Und die ehrliche Antwort: Es kommt drauf an. Aber das ist keine Ausrede — es gibt klare Preiskorridore die ich dir hier transparent mache.
Die 4 Preisklassen im Überblick.
1. Baukastensysteme (0–50 €/Monat)
Wix, Jimdo, Squarespace. Du baust selbst, zahlst wenig, bekommst wenig. Problem: Erkennbares Template, kaum SEO-Kontrolle, Abhängigkeit vom Anbieter. Für Hobbyprojekte okay. Für Unternehmen die Kunden gewinnen wollen: ein schlechter Start.
Wann sinnvoll: Nur wenn Budget unter 500 € und kein Wachstumsziel.
2. WordPress-Lösung vom Freelancer (800–2.500 €)
Ein Freelancer baut dir eine WordPress-Seite mit Theme. Schnell, günstig. Risiken: Veraltete Plugins, Sicherheitslücken, kein Design-Handwerk, nach 2 Jahren siehst du aus wie 2018.
Wann sinnvoll: Einfache Präsenzseiten, knappes Budget, wenn Inhalt wichtiger als Design.
3. Professionelles Custom-Webdesign (2.500–8.000 €)
Hier wird individuell designed — kein Template, keine Kompromisse. UX-Analyse, responsives Design, SEO-Grundstruktur, Ladezeiten optimiert. Das ist der Sweet Spot für Stuttgarter Unternehmen die online wachsen wollen.
Was in dieser Klasse üblicherweise enthalten ist: individuelles Design statt Vorlage, saubere Struktur für die Suche, Anbindung an die Programme, die der Betrieb bereits nutzt, und eine Buchungs- oder Anfragestrecke, die zum Ablauf passt.
Wann sinnvoll: Lokale Unternehmen die über Google gefunden werden wollen und einen professionellen ersten Eindruck machen müssen.
4. Agentur-Lösung (8.000–50.000 €+)
Große Agenturen mit 10+ Mitarbeitern, Projektmanagern, Strategen. Viel Overhead, viele Meetings, viele Stunden. Für KMU in Stuttgart meist überdimensioniert und überteuert.
Wann sinnvoll: Enterprise-Projekte, komplexe Webanwendungen, internationale Konzerne.
Was bestimmt den Preis konkret?
Anzahl der Seiten
Eine 5-Seiten-Seite (Start, Leistungen, Über uns, Kontakt, Impressum) ist der Standard. Jede zusätzliche Unterseite (Blog, Shop, Karriere) erhöht den Aufwand.
Richtwert: +200–500 € pro zusätzliche Seite beim Freelancer.
Custom-Design vs. Theme
Ein Template wird angepasst (günstiger), ein Custom-Design von Grund auf gebaut (teurer, aber einzigartiger). Für Unternehmen die sich von Mitbewerbern abheben wollen, ist Custom-Design eine Investition die sich lohnt.
Texte und Inhalte
Wer liefert die Texte? Viele Unternehmer unterschätzen das. Professionelle Webtexte (SEO-optimiert, klar strukturiert, conversion-stark) kosten extra:
- Texter extern: 50–150 € pro Seite
- KI-unterstützt mit menschlichem Lektorat: 30–80 € pro Seite
- Selbst schreiben: 0 €, aber dann dauert das Projekt doppelt so lang
Funktionen und Integrationen
| Funktion | Zusatzkosten (ca.) |
|---|---|
| Online-Terminbuchung | 200–500 € |
| Newsletter-Integration | 150–300 € |
| Online-Shop (einfach) | 500–2.000 € |
| Mehrsprachigkeit | 300–800 € |
| Mitgliederbereich | 800–2.500 € |
| Individuelle API-Anbindung | nach Aufwand |
Laufende Kosten
Die Website kostet nicht nur einmal. Was kommt danach?
| Posten | Monatlich |
|---|---|
| Hosting | 10–50 € |
| Domain | ~1 € |
| SSL-Zertifikat | meist im Hosting |
| Wartung & Updates | 0 € (selbst) oder 49–200 € |
| Content-Updates | 50–200 €/Stunde beim Designer |
Wartung wird üblicherweise monatlich abgerechnet und umfasst Aktualisierungen, Sicherungen, Sicherheitsüberwachung und ein festes Kontingent für Inhaltsänderungen.
Die Frage ist nicht „was kostet eine Website" — die Frage ist „was kostet mich eine Website die nicht funktioniert?"
Die 3 häufigsten Kostenfallen.
Falle 1: „Fertig" heißt nicht „live"
Viele günstige Angebote zeigen eine fertige Website — aber Hosting, Domain, SSL und Launch kosten extra. Lass dir immer den Gesamtpreis bis zur Liveschaltung nennen.
Drei Rückfragen zu einem Website-Angebot
„Fertig“ kann Unterschiedliches bedeuten. Diese Rückfragen machen den angebotenen Umfang genauer sichtbar.
Ist der Weg bis zur Liveschaltung drin?
Hosting, Domain, Zertifikat und Launch ausdrücklich im Gesamtumfang klären.
Wie geht die Betreuung weiter?
Nach Wartung und Aktualisierungen fragen, statt die Unterstützung nach Projektende vorauszusetzen.
Welche Suchgrundlagen sind enthalten?
Überschriftenstruktur, Metadaten, Ladezeiten und strukturierte Daten im Angebot konkret benennen lassen.
Falle 2: Kein Wartungsvertrag
Eine Website ohne Wartung ist wie ein Auto ohne Inspektion. Nach 12 Monaten ohne Updates: Sicherheitslücken, veraltete Plugins, langsame Ladezeiten. Frage immer nach dem Wartungsangebot.
Falle 3: Keine SEO-Grundstruktur
Eine schöne Website die niemand findet ist wertlos. Ob die Seite SEO-tauglich gebaut wird (saubere H-Struktur, Meta-Daten, Ladezeiten, Schema.org) sollte im Angebot stehen. Bei günstigen Freelancern oft nicht inkludiert.
Webdesign Stuttgart: Was ist marktüblich?
Realitäts-Check aus täglichen Gesprächen mit Stuttgarter Unternehmern:
- Zahnarztpraxen: 3.000–6.000 € für professionelle Praxis-Website mit Terminbuchung
- Einzelhandel (Boutique, Laden): 2.000–4.000 € inkl. kleiner Produkt-Galerie
- Physiotherapeuten: 1.500–3.000 € für Präsenzseite mit Online-Buchung
- Rechtsanwälte: 2.500–5.000 € für seriöse Kanzlei-Website mit Blog
- Restaurants/Cafés: 1.200–2.500 € für Speisekarte, Reservierung, Google-Anbindung
- Handwerksbetriebe: 1.000–2.000 € für Referenz-Seite mit Kontaktformular
Fazit: Was kostet eine gute Website in Stuttgart?
Für die meisten Stuttgarter Kleinunternehmen liegt der realistische Preis zwischen 1.500 € und 4.000 € für eine professionelle, individuelle Website die Google-ready ist, auf allen Geräten gut aussieht, Anfragen generiert und wartbar ist.
Alles darunter ist meist ein Kompromiss der sich langfristig rächt. Alles deutlich darüber brauchen die wenigsten lokalen Unternehmen.
